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Geschichte - Teil 3: Die Welt steht offen

Der Zirkus setzt seine Tourneen fort und spielt in nahezu ganz Europa, Nordamerika, Südamerika und geht unter anderem auch zu sehr erfolgreichen Gastspielen nach Asien. In Deutschland waren sie 1972 und 1983. Aus der Zeit der viel beachteten Zirkusgastspiele stammt der begriff der „Nación de los Muchachos“, der später für Benposta allgemein übernommen wurde.
Die Bevölkerung Benpostas wird immer internationaler und die Zuwanderung geschieht nicht nur aus ideologischen, sondern – durch die Attraktivität des Zirkus – auch aus sehr pragmatische Gründen. Diese Tourneen haben neuen Aufnahmen zur Folge, daß die Idee Benposta auch in anderen Ländern bekannt wurde.
Ab 1974 wurden verschiedene Benpostas gegründet:
a)    Bogotá unter der Leitung von José Luis Campo, der bis heute das offiziell vertritt. Anschließend wurden in Kolumbien Benposta-Villavincencio; Benposta Cordoba, usw. gegründet.
b)  weitere Benposta´s Arbeitsgruppen wurden u.a. in Santo Domingo, Caracas/Venezuela, Nicaragua und Cochabamba gebildet.

Neben den spektakulären Tourneen mußte der Alltag gestaltet werden. Wichtige Höhepunkte hierbei waren die Anerkennung der Abschlüsse der eigenen Schule. Neben der Anerkennung der Abschlüsse  in der Schule ab 1973, bekam Benposta die Möglichkeit andere Abschlüsse des spanischen Schulsystems anzubieten. Zunächst inoffiziell wurden diese Schulbereiche erprobt und ab 1976/19777 bekam Benposta die offizielle Genehmigung (plus entsprechende öffentliche Mittel) die Kurse BUP und COU durchzuführen.
(BUP = Bachillerato Unificado Polivalente entspricht etwa unserer Mittleren Reife; COU = Curso de Orientación Universitaria entspricht etwa unserem Abitur und ermöglicht das Studium Abitur und ermöglicht das Studium; beide dauern 3 Jahren.
Mit dieser Chance überschreiten die Bewohner Benpostas eine andere Art von Grenzen. Die Universität und damit wesentliche weitere Teile des Bildungssystems und der Zugang zu anderen berufen, steht nun auch Kindern ärmerer Familien offen.
Nach eigener Berichterstattung wurde Benposta im Zuge der politischen Schwächung Francos und nach seinem Tod nach außen immer politischer und nahm intensiv an der Erneuerung Spaniens teil.
Die Schwierigkeit, mit der Benposta hier zu kämpfen hatte, war einerseits der Wunsch und das Ziel, parteienunabhängig zu sein und zu bleiben, andererseits galt Benposta als politisch links und begann sich mindestens als Partner für kommunistische Organisationen zu entwickeln.

1976 wurde auch der erste Fernsehsender Benposta in Betrieb genommen. Diese Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit wurde auch für die politischen Aktivitäten genutzt.
Andere wichtige Aktivitäten für Benposta waren in diesem Zusammenhang auch immer die öffentlichen Meinungsäußerungen zu allgemeinen politischen Themen.

Teil 4 - Der Alltag>>

(Geschrieben von Hans Bohmann und José Posada, August 2009, aus „Benposta,50 Jahren – Nación de los Muchachos“ in der Reihe: „Denken und Handeln“ der Ev.Fachochschule RWL in Bochum; Band 52)